Entstehungsgeschichte
Entstehungsgeschichte

Die Entstehungsgeschichte der Tagung GRUR-Junge Wissenschaft


Am 17. und 18.7.2015 fand auf Initiative der damaligen Habilitanden  Dr. Franz Hofmann (Ludwig-Maximilians-Universität München, heute Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Recht des Geistigen Eigentums und Technikrecht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen) und Dr. Benjamin Raue (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, heute Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Recht des Geistigen Eigentums und Digitalrecht, Universität Bonn) an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ein Kolloquium zum Recht des Geistigen Eigentums und Wettbewerbsrecht für Nachwuchswissenschaftler statt (Tagungsbericht Hofmann/Raue, GRUR 2015, 1088 f.). Was 2015 noch recht „hemdsärmelig“ (kulinarisches Highlight der Kaffeepause war freilich eine wunderbare Obstplatte) und ohne Tagungsband begann ist heute ein etabliertes Format für den wissenschaftlich interessierten Nachwuchs im „grünen Bereich“.

Ziel der Tagung ist es bis heute, jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus dem Gewerblichen Rechtsschutz, dem Urheber-, Medien- und Wettbewerbsrecht und den mit diesen Bereichen korrespondierenden Rechtsgebieten zusammenzubringen. Es soll ein Forum zur Vernetzung, für einen informellen Austausch und zur Diskussion ihrer Projekte entstehen. In der ersten Einladung an Interessierte, datiert auf den 3.12.2014, hieß es: „[D]er ‚grüne Bereich‘ zeichnet sich nicht nur durch eine gewinnbringende Verbundenheit von Wissenschaft und Praxis aus, sondern zugleich durch eine entsprechende enge Vernetzung innerhalb der Wissenschaft.“ Geladen wurde zu einem „informelle[n] Treffen von Habilitanden und interessierten Doktoranden, die ihren Forschungsschwerpunkt im Recht des Geistigen Eigentums und Wettbewerbsrecht haben.“ 

Auf der ersten Veranstaltung mit einem Budget von 500 € fanden rund 30 Interessierte zusammen. Das zweitägige Programm sah sieben Vorträge vor. Auch gab es ein Diskussionsformat zur Parodie im Recht des Geistigen Eigentums mit Impulsen der damaligen Juniorprofessoren Dr. Anne Lauber-Rönsberg (TU Dresden, heute dort Inhaberin der Professur für Bürgerliches Recht, Immaterialgüterrecht, insb. Urheberrecht, sowie Medien- und Datenschutzrecht), Dr. Maximilian Becker (Universität Siegen, heute dort Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Immaterialgüterrecht und Medienrecht) und Dr. Louisa Specht (Karlsruher Institut für Technologie, heute Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Recht der Datenwirtschaft, des Datenschutzes, der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz an der Universität Bonn und Bundesdatenschutzbeauftragte).  

Von damals geblieben ist auch die lose Struktur der Tagung. Jedes Jahr finden sich aufs Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem akademischen Mittelbau grüner Lehrstühle und Institute bzw. Juniorprofessuren, die eine neue Tagung ins Leben rufen. Sie rekrutieren sich vielfach aus dem Kreis der Vortragenden des Vorjahres

Von Anfang an war geplant, dass das Format fortgesetzt wird. Allerdings hat sich die Veranstaltungsreihe seitdem erheblich professionalisiert. Die Tagungen erstrecken sich über zwei Tage mit entsprechend mehr Vortragenden, es gibt u.a. einen call for papers, einen Tagungsband und ein Rahmenprogramm zum besseren Kennenlernen.

Seit 2017 unterstützt die GRUR die Tagung als Teil ihrer Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und erfüllt damit einen ihrer wesentlichen satzungsmäßigen Zwecke (Vgl. §§ 2 Abs. 1; 3 Abs. 1 a), c), d), g).). Diese Förderung kommt auch in der Änderung der Bezeichnung der Tagung als „GRUR Junge Wissenschaft“ zum Ausdruck (Call for Papers, 2016, S. 1.). Mit ihrem Engagement möchte die GRUR einen verlässlichen Rahmen schaffen, die Tagung und das mit ihr verbundene Netzwerk von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler so zu verstetigen, damit sich der lebendige Gründergeist, der diese Tagung noch immer prägt, weiter entfalten kann. 

Mit großer Freude sehen wir, dass die Veranstaltung 2026 zum elften Mal ausgerichtet wird. Bis heute gilt, dass „kollegiales Miteinander, statt Konkurrenz, persönlicher Austausch in der Sache, statt schriftlich-anonyme Auseinandersetzungen“ (Specht/Lauber-Rönsberg/Becker, Tagungsband 1. Assistententagung im grünen Bereich, 2016, Vorwort S. 5.) eine einzigartige Atmosphäre echten Diskurses schaffen und einen nachhaltigen Effekt der guten Zusammenarbeit für den gesamten grünen Bereich hat.

Seit der ersten Tagung erscheinen alle Beiträge der Vortragenden in einem grünen Tagungsband der Tagungsbandreihe „GRUR Junge Wissenschaft“ im Nomos Verlag. Die Beiträge sind damit zitierfähig und bleiben Teil des wissenschaftlichen Diskurses. Seit 2025 werden die Tagungsbände auch open access publiziert.

Die „Tagung GRUR Junge Wissenschaft“ ist ein Nukleus. Sie hat viele Talente hervorgebracht, die sich im Laufe der Zeit zu hoffnungsvollen Wissenschaftlern oder Praktikern mit ausgeprägtem wissenschaftlichem Interesse entwickelt haben. Nicht wenige der nachstehenden Namen sind zu festen Größen in Ihrem Bereich geworden.


Bonn/Erlangen, den 01.07.2026

Prof. Dr. Benjamin Raue Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Recht des Geistigen Eigentums und Digitalrecht, Universität Bonn
Prof. Dr. Franz Hofmann, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Recht des Geistigen Eigentums und Technikrecht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen