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Gemeinschaftsgeschmacksmusterstreitsachen*

Es gelten die nachfolgend genannten Zuständigkeiten erster Instanz; in der Berufungsinstanz bleibt es bei der Zuständigkeit des allgemein für Entscheidungen des jeweiligen Landgerichts zuständigen Oberlandesgerichts:

Baden-Württemberg: Verordnung vom 20.11.1998, GBl. S 680, zuletzt geändert durch Verordnung vom 18.08.2005, GBl. S 611: Landgericht Mannheim für den Oberlandesgerichtsbezirk Mannheim und Landgericht Stuttgart für den Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart.

Bayern: Verordnung vom 16.11.2004, GVBl. S 471, zuletzt geändert durch Verordnung vom 02.11.2005, GVBl. S 547: Landgericht München I für den Oberlandesgerichtsbezirk München und Landgericht Nürnberg-Fürth für die Oberlandesgerichtsbezirke Nürnberg und Bamberg.

Berlin: Landgericht Berlin als einziges Landesgericht.

Brandenburg: Artikel 1 des Staatsvertrages vom 20.11.1995 („Dem Landgericht Berlin werden für das Gebiet des Landes Brandenburg die Patent-, Gebrauchsmuster-, Geschmacksmuster- und Warenzeichenstreitsachen zugewiesen.") dürfte auch auf Gemeinschaftsgeschmackmustersachen anwendbar sein; daher Zuweisung zum Landgericht Berlin.

Bremen: Landgericht Bremen als einziges Landgericht.

Hamburg: Landgericht Hamburg als einziges Landgericht.

Hessen: Verordnung vom 08.04.2005 (befristet bis 31.12.2010), GVBl. S267 Landgericht Frankfurt am Main für alle Landgerichtbezirke.

Mecklenburg-Vorpommern: Verordnung vom 28.03.1994, GVOBl. M-V 1994, S 514, zuletzt geändert durch Verordnung vom 27.01.2005, GVOBl. M-V 2005, S 40: Zuständigkeit des Landgerichts Rostock für „Geschmacksmusterstreitsachen im Sinne des Geschmacksmustergesetzes." Keine ausdrückliche Zuweisung auch von Gemeinschaftsgeschmacksmustersachen; hierfür lässt sich die Zuständigkeit des Landgerichts Rostock in Analogie zu der vorgenannten Verordnung herleiten. Dagegen sollen [...] zumindest Anfang 2006 auch die Landgerichte Neubrandenburg, Schwerin und Stralsund zuständig sein.

Niedersachsen: Verordnung vom 22.01.1998, GVBl. S 66, zuletzt geändert durch Verordnung vom 30.09.2005, Nds. GVBl. S 318: Landgericht Braunschweig für alle Landgerichtbezirke

Nordrhein-Westfalen: Verordnung vom 02.06.2004, GV.NRW S. 291 i.V.m. Verordnung vom 11.05.2004 GV.NRW S 244/SGV.NRW.301: Landgericht Düsseldorf für alle Landgerichtbezirke. Vgl. auch: Amtsblatt der Europäischen Union vom 24.09.2014, C 332/8.

Rheinland-Pfalz: Verordnung vom 22.11.1985, GVBl. S 267, zuletzt geändert am 28.11.2000, GVBl. S 564: „Die Gebrauchsmuster und Geschmacksmusterstreitsachen werden dem Landgericht Frankenthal (Pfalz) für die Bezirke der Oberlandesgerichte Koblenz und Zweibrücken zugewiesen." Weil die Geschmacksmusterstreitsachen nicht ausdrücklich auf solche des Geschmacksmustergesetztes beschränkt werden, dürfte sich diese Zuständigkeitskonzentration zugunsten des Landgerichts Frankenthal auch auf Gemeinschaftsgeschmacksmusterstreitsachen erstrecken. Dagegen hat die Bundesregierung der Kommission auch die Landgerichte Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Koblenz, Landau in der Pfalz, Mainz, Trier und Zweibrücken gemeldet.

Saarland: Landgericht Saarbrücken als einziges Landgericht.

Sachsen: Verordnung vom 06.05.1999, GVBl. S 281, geändert am 29.11.2000 GVBl. S 539, rechtsbereinigt mit Stand vom 01.05.2004: keine ausdrückliche Zuständigkeitskonzentration für Gemeinschaftsgeschmacksmustersachen. Für „Geschmacksmusterstreitsachen gemäß § 15 Abs. 1 des Geschmacksmustergesetztes" ist das Landgericht Leipzig für alle Landgerichtbezirke zuständig. Daraus lässt sich die ausschließliche Zuständigkeit des Landgerichts Leipzig für Gemeinschaftsgeschmacksmustersachen herleiten; dagegen hat die Bundesregierung der Kommission auch die Landgerichte Bautzen, Chemnitz, Dresden, Görlitz und Zwickau gemeldet.

Sachsen-Anhalt: Verordnung vom 01.09.1992, GVBl. LSA S 664, zuletzt geändert durch Verordnung vom 04.07.2005, GVBl. LSA S 343: Landgericht Magdeburg für alle Landgerichtbezirke.

Schleswig-Holstein: Keine Zuständigkeitskonzentration gemäß § 52 (2) GeschmMG in Geschmacksmusterstreitsachen, daher Zuständigkeit der Landgerichte Itzehoe, Flensburg, Kiel und Lübeck, und zwar gemäß Art. 80 (5) auch für Gemeinschaftsgeschmackmustersachen.

Thüringen: Verordnung vom 12.08.1993, GVBl. S 563, zuletzt geändert durch Verordnung vom 15.02.2006 (GVBl. S 51): Landgericht Erfurt.

 

* Quelle: Ruhl (Gemeinschaftsgeschmacksmuster), Art. 80 Rn. 7 ff, in: Dr. Oliver Ruhl, LL.M. (Cambridge), Kommentar zum Gemeinschaftsgeschmacksmuster, Köln, 1. Auflage 2007. Zuletzt bearbeitet am: 17.02.2015 von Norbert Diel.